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Stellt Euch nicht so an.
Die aktuelle Debatte, wer wohl mit wem koalieren könne, aber nicht dürfe, erinnert mich sehr an die Lebenswirklichkeit von Mittvierzigern bei der Partnersuche.
Ja, man kommt alleine schon gut zurecht, man hat sich arrangiert, und die in den letzten Jahren gesammelten Anhängsel und Psychosen verhalten sich auch meist friedlich. Aber so ganz allein ist es auch doof, man prüft halt gelegentlich doch mal die Optionen.
Gut, die Zeit der Schmetterlinge ist vorbei, es wird wohl eher eine Vernunftsentscheidung werden. Und da ist ja soviel zu bedenken …
Klar, den Mittzwanziger mit dem Waschbrettbauch und der Leistungsfähigkeit gegen unendlich wird man nicht mehr kriegen auf Dauer, in realistischen Momenten sieht man das auch ein. Doch was bleibt da noch?
Die potentiellen Partner haben auch alle ihre Macken, ihren Bierbauch, ihren Anhang und manchmal sogar eine eigene Meinung. Doch nun kommt es darauf an, Gemeinsamkeiten auszuloten, ohne sich selbst aufzugeben. In der Politik nennt man das wohl Koalitionsverhandlungen.
Zunächst muss man sich klar darüber werden, was man selber eigentlich will und was gar nicht. OK, der Partner sollte die Kinder nicht schlagen, weder die eigenen noch die seinen. Und er sollte bitte auch keinen SUV fahren. Er sollte möglichst regelmäßig Geld verdienen, ok, Künstler geht auch, wenn das anderweitig kompensiert wird.
Der Tagesablauf sollte schon irgendwie zusammenpassen. Wenn sie gerne gegen Vier nach Hause kommt und er um Sechs aufstehen muss, sind das nicht die besten Voraussetzungen für eine Art Familienleben.
Wofür man das bißchen Geld ausgibt, was übrigbleibt, sollte auch vorher diskutiert werden. „All you can anything“ in Antalya oder doch eher Ferien auf dem Bio-Bauernhof?
Natürlich muss man auch über Treue reden, körperliche und geistige. Doch da gibt es so viele Modelle …
Und dann bleibt immer noch Platz für wirklich wichtigen Fragen, ob der Klodeckel oben bleibt oder runter muss und ob nur auf dem Balkon geraucht werden darf oder gar nicht.
Da gibt es so viel zu besprechen. Aber man kann natürlich auch sagen, der hat einen Anzug an, das geht gar nicht. Oder: Die hat Löcher in den (zugegebenermaßen schicken) Strumpfhosen, was soll denn die Verwandtschaft sagen. Das ist einfach. Dann bleibt man halt alleine.
Und besonders schwierig wird es, wenn einer der potentiellen Partner einen Schwererziehbaren mit einbringt, der eigentlich erwachsen sein sollte, aber dann doch irgendwie geistig in der Pubertät hängengeblieben ist.
Und natürlich kann man, wenn man sich auf diese Diskussion dann doch einlässt, am Ende immer noch resümieren, nee, es war ein Flirt, mehr nicht. Dann geht das Leben auch irgendwie weiter. Ging ja vorher auch.
Aber man muss es doch wenigstens versucht haben, Peggy Sue?
PS: Die Kinder würden – simpel wie sie sind – sicher sagen: Versucht es doch einfach.
Offene mail an eine Ex-Freundin
Nein, wer sich jetzt auf pikante Details aus einem vergangenen Liebesleben und dreckige Wäsche zuhauf freut, braucht nicht weiterlesen. Unsere Beziehung war rein platonisch, und nun ist sie gar nichts mehr.
Die Ex, nennen wir sie einfach E., war schon immer in einigen Dingen deutlich anderer Meinung als ich. Manchmal hab ich gar nicht verstanden, wovon sie eigentlich sprach. Aber das war ok, ihre Warmherzigkeit, Klugheit (meistens) und Sanftmut waren mir Trost genug für ein manchmal wirres Geplauder.
Ein- oder zweimal haben wir uns auch ernsthaft in die Haare bekommen, was dann daran lag, dass ich meine Nerven verlor und die Fassung. Dann nannte ich ihre Texte schon mal „Bullshit“. Ihr passiert so was nicht, sie ist von gleichbleibender Freundlichkeit, völlig tiefenentspannt.
Ich hatte schon lange die Vermutung, dass sie in irgendeine Sekte geraten war. Sie erzählte manchmal von seltsamen Heilsversprechen, von sauteuren Seminaren, die man unbedingt machen solle. Ich hab das Gespräch dann meist auf etwas anderes gelenkt, weil mich das wütend machte, meine Freundin so verarscht zu sehen. Aber so nah stand ich ihr nun auch wieder nicht, als dass ich irgendwas hätte tun wollen. Und was denn? Und mit welchem Recht? E. ist erwachsen und weiß sehr genau, was sie will.
Irgendwie hatte ich mich arrangiert mit ihrer seltsamen Seite. Es gab ja noch so viele andere. Und selbst wenn sie etwas vom deutschen Volke schwafelte, das auserwählt sei, hab ich freundlich weggehört.
Nun aber die Wahlen.
E. produzierte sich seit Tagen mit Aufrufen zum Nicht-Wählen, mit kruden Begründungen in der Art, dass das Wahlgesetz gar nicht legitim sei, da es von einem illegitim gewählten Bundestag beschlossen wurde.
Ihre Hauptbegründung ist aber, dass man mit Wählen die jetzige Regierung ermächtigen würde, weiterzumachen, und dass doch sowieso alle Parteien unter einer Decke steckten bei der Volksunterdrückung. Ach ja, und wir werden irgendwann alle gemeinsam regieren, im Internet.
Nun muss es also doch wieder raus:
Bullshit. Gequirlte Kacke der stinkendsten Art. Das ist so doof wie Russland groß ist, blöder als ein Schluck Wasser, intelligent wie mein Radiergummi.
Ich hab versucht, ein bisschen dagegen anzuschreiben (das alles passiert natürlich auf facebook, wer hätte es gedacht), aber dann aufgegeben. Ich wurde immer wütender, sie blieb gelassen, und ihre Hintersassen überboten sich in Verschwörungstheorien. Das hat ja doch keinen Zweck. Das Mädel ist offenbar verloren für die Welt.
Doch bei diesem Thema hört für mich der Spaß auf.
Auch wenn sie mit ihren kunstvoll gewobenen Sätzen und den Links zu den Seiten in Pastell sicher nur wenige verwirrte Seelchen dazu bringt, nicht zur Wahl zu gehen und die ja dann doch eher yogische Flieger gewählt hätten, hier geht es um das Prinzip.
Wer nicht begreift, dass er mit diesen Boykott-Aufrufen das Geschäft der Regierung macht, mit dem mag ich nicht befreundet sein. Jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er wählt, aber er möge niemanden anderen daran zu hindern suchen.
Und um mich nicht ständig aufs Neue aufzuregen, und vor allem, um nicht jedes Mal wieder wütend darüber zu werden, was auch liebenswerten und an sich intelligenten Menschen widerfahren kann, hab ich sie jetzt von den verschiedenen Listen genommen. So einfach geht das. Ein kleiner Klick für mich, ein großer … ja, wofür eigentlich?
In meinen Kopfhörern läuft ein Lied von ihr, und ich bin so unglaublich traurig.
Das verlegene Lächeln der Minderheit
„100 Prozent Dresden“, eine Produktion von Rimini-Protokoll am Staatsschauspiel Dresden am 14. September 2013 (Premiere)
Man kennt sich im Saal, heute noch mehr als sonst. Einhundert Dresdner werden auf der Bühne stehen, die haben ihren Anhang mitgebracht, und in unserem Dorf kennt ohnehin jeder jede über drei Ecken. Wir sind also ganz unter uns.
Am Anfang fränkelt es mächtig, die Chefin des statistischen Landesamtes erklärt die Regeln. Sie macht das sehr souverän, ein paar schöne Spitzen hat sie dabei, insgesamt ist das aber viel zu lang gehalten.
Es wurden also per „Kettenreaktion“ (jede bestimmt ihren Nächsten) Menschen ausgewählt, die Dresden repräsentieren sollen. Dann der Einzelauftritt, jeder hat ein paar Worte zu sich zu sagen, das zieht sich über fast eine halbe Stunde, ist mal witzig, mal albern, auch mal ziemlich peinlich. Im Selbstmarketing ist nicht jeder bewandert, „von Beruf Verschiedenes“ bleibt bei mir hängen, auch die Tupperware-Dealerin und die Vielzahl der Rentner. Eine gute Idee ist es, den fehlenden alten Klotzscher Mann mit einem Schauspielstudenten zu besetzen, 68, NPD, Modelleisenbahn im Keller, einige Leichen vielleicht auch.
Dann die Fragen, von je einer aus der Mitte gestellt, die Gruppe der 100 gibt dazu lebende Bilder. Optisch ist das nett, schön beleuchtet und abgefilmt, aber … irrelevant. Dresden in Zahlen halt. Und, liebes Rimini-Protokoll, fragt bitte mal bei der Bürgerbühne, wie man Laien-Akteure auf der Bühne vor sich selber schützt. Oder geht Euch der Effekt über alles?
Hängen bleibt bei mir der Ausländeranteil in Dresden: Gefährliche fünf Prozent. Ich erkenne, dass wir kurz vor der Überfremdung stehen und stimme insofern dem Klotzscher Wittwer zu.
Manchmal blitzen bei den einzelnen Fragen Geschichten auf, versinken aber sofort wieder in der Beliebigkeit. Das mit dem Tagesablauf ist hübsch, aber austauschbar. Der Herr Dozent muss nachts raus zum Pullern, aha. Dennoch gehört die Szene zu den Besseren des Stücks.
Wenn Relevanz aufkommt, dann hat das mit Sozialem und Persönlichem zu tun. Es gehört Mut dazu, sich als „Hartzer“ zu bekennen, die Ex-Drogenabhängige erntet einen verdienten und herzlichen Beifall, als sie von ihrem Ausstieg erzählt, und auch, sich nicht zu den Heteros zu stellen, ist schwieriger als man glauben mag. Doch diese Momente bleiben leider Ausnahmen.
Eine Frage geht dann auch noch schief, und die Kriegsdefinition von Rimini-Protokoll ist offenbar dergestalt, dass Deutschland dabei sein muss, sonst gilt das nicht als Krieg. „Ich hab die Frage nicht verstanden“, mein Lieblingssatz des Abends.
Anonym tut dem Inhalt gut, clever gelöst mit Dunkelheit und Taschenlampen. Fast alle haben schon mal geklaut. Ja. Ich auch. Ich hätte mir aber auch noch ein paar andere Fragen vorstellen können.
Dann spielen die Bagels, was sicher auch einen Grund hat. Aber sie machen das gut.
Ich ertappe mich dabei, immer öfter auf die Uhr zu sehn. Jetzt ist „Open Mic“, jeder darf fragen, was sie will, selbst das Publikum. Kurzbeschreibung: albern, belanglos, peinlich, doof.
Dann ein Liegestützwettkampf auf der Bühne, hossa, man muss das Muskelpaket also nicht nur rechts haben, sondern auch links.
Geht es noch schlimmer? Ja. Mann darf den Hintern ins Publikum halten. Aufhören!!!
Ein Rettungsversuch mit der Visualisierung von Randgruppen, na gut, das ist sehenswert. Dann ist Schluss, ein tosender Applaus, Dresden feiert mal wieder sich selbst.
Für die 100 auf der Bühne mag das eine tolle Erfahrung gewesen sein, für einige vielleicht auch eine gute Therapie. Für die Freunde und Bekannten davor sicher ein Höhepunkt, den Lieben mal auf der großen Bühne zu sehn.
Für Rimini-Protokoll ist es die finanziell erfolgreiche, routinierte Umsetzung eines bewährten Geschäftsmodells (Start war 2008 in Berlin, seitdem tingelt man durch die Welt, Dresden ist die 15. Station), da bemüht man sich offenbar nicht mal auf die Bühne zur Premiere.
Das Ganze funktioniert theatertechnisch (ich schreibe hier bewusst nicht „künstlerisch“) aber nur, weil da oben so viele sind, die da unten noch so viele mehr kennen. Das reicht für vier gut gefüllte Vorstellungen.
Für den gewöhnlichen Zuschauer ist es ein belangloser Abend.
Zwei, noch Zwei und ein Viertele
Der „Dreikampf“ in der ARD am 2. September 2013
Eines muss man der CSU lassen: Manchmal ist sie wirklich clever.
Sicherlich hat es sie gewurmt, als einzige der sechs im aktuellen Bundestag vertretenen Parteien nicht direkt in den beiden hochgejazzten Runden vorzukommen. Und was macht sie? Schickt einen ihrer profiliertesten Vertreter durch die Hintertür in die zweite Runde.
Siegmund Ogotto-Gottlieb … und ein genauso selbstverliebter Schönenborn als halbes Gegengewicht. Die drei „Herren in den besten Jahren“ gegenüber namens Brüderle, Trittin und Gysi komplettieren die Ü50-Auswahl.
Siegismunds Welt ist schön, daran besteht kein Zweifel. Da sind die beiden Angesprochenen aber erstaunlich zahm, noch ist es ein Abtasten. Brüderle wirft mit Zahlen zur Ergänzung, aber Zahlen sind generell seitens der Moderatoren heute nicht gewünscht.
Dann doch die erste Attacke von Trittin zum beschämenden Sachverhalt des Aufstocken-Müssens, Gysi sekundiert, er ist wie immer gut präpariert. Brüderle ist etwas hilflos, wenn 21 von 22 EU-Staaten gesetzliche Regelungen zu Mindestlöhnen haben, kann man mit der reinen Marktlehre kaum punkten.
Eines der Grundprobleme, was selten genug einer benennt, nämlich dass den Unternehmern damit die Löhne ohne Not subventioniert werden, kann ja eigentlich auch nicht im Sinne der Partei der Freiheit sein, oder? Aber Mitnahmeeffekte sind beim Unternehmer, der zum Arbeitsvertrag gern auch gleich den Hartz IV – Antrag reicht, sicher anders zu bewerten als beim Lohnempfänger.
Außer einem süffisantem Lächeln fällt Brüderle dazu nichts ein, dann doch, ach je: „Menschen in Arbeit bringen“, egal, ob sie dabei was verdienen. Marchtwirtschafft á la FDP.
Es bleibt thematisch spannend, dass der Lohn seit Jahren mit der Produktivitätsentwicklung nicht mehr mithält, hört man auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht zu häufig. Eine klassische Umverteilung, nach oben.
Selbst Gottlieb blafft den armen Brüderle nun an, ein bisschen wenigstens. Dessen Piekefinger fährt aus, er doziert wie bei der VHS, will keine Münschhausendiskussion, Griechenland sei nicht wettbewerbsfähig (also abwickeln?), auch die anderen europäischen Nachbarn im Süden kriegen ihr Fett ab. Im Rotary-Club Eifel wird man beifällig lächeln.
Trittin erklärt das Ganze aus seiner Sicht, klingt plausibel, nur mit den Adjektiven hat er es nicht so. Dass die Grünen auch die beklagten Würgediktate letztlich immer mitbeschlossen haben, schmiert ihm der Gysi gerne aufs Brot. Klar, der ist fein raus, er hat im Bundestag den leichtesten Job.
Gottlieb führt dann eine klassische Ego-Debatte, als er die wegen des Südens so niedrigen Zinsen beklagt, die die private Altersvorsorge hier so schwierig machen würden. Trittin und Gysi sind einigermaßen fassungslos, ja wovon denn vorsorgen? Die sprechen von verschiedenen Menschen, klar, von verschiedenen Welten.
CSU und SPD sind immer mit am Tisch, die große Koalition leitet die Debatte. Aber Schönenborn kapituliert bald vor Trittin, der ist der bessere Moderator.
Gysi verweist in der Folge clever auf die USA, wo es eine Bindung der Steuerpflicht an die Staatsbürgerschaft gibt, was will man da gegenhalten? Höchstens, dass das dem Bobbele nicht gefällt.
Brüderle weiß dazu nur „fundamental falsch“, er verteilt fortan Noten. Im Wahlkampf wird das anders diskutiert, soso. Der selbst ernannte Mittelstürmer der FDP bekommt eine Vorlage von Gottlieb, läuft aber in den Konter von Schönenborn. Nehmt ihn runter, eh er noch mehr Eigentore schießt.
Trittin wird Finanzminister nach der Wahl, fast jede Wette, und Gysi eventuell sein Staatssekretär, er unterscheidet sehr präzise nach Investition und Konsum, wenn es um Schulden geht. Und Sparen kann man am besten am Krieg, genau. Und an so vielen Vergünstigungen, dass ich hier nur eines meiner Lieblingsthemen, das Dienstwagenprivileg für SUV, erwähnen möchte. Eine Menge sinnvoller Sparvorschläge, alle Achtung, lasst uns einfach anfangen damit.
Das Briederle ballert nun wild mit Zahlen drauflos, rezitiert ihm genehme Institute, „Das ist dreist“, müssen sich seine Mitbewerber anhören.
Er ist nicht Achtziger, er ist Siebziger, Opel Taunus mit Ledersitzen.
Ein suggestivfragender Gottlieb will Trittin zum Geständnis bringen, dass er die Mittelschicht verschreckt, aber jener ist auf der Höhe und nimmt ihm locker den Ball ab. Das EEG ist ein Paradethema von Trittin, Brüderle wirkt da wieder hilflos, bringt die Oma mit der Leselampe ins Spiel, die den Solaryuppies die Dividende bezahlen würde. Aber immerhin, mit der Erklärung des „Sofamelkers“ gelingt ihm ein Ehrentor.
Zurück zum Ernst des Lebens: Dezentralisierung der Stromerzeugung und -verteilung, ja, völlig richtig, Gysi. Dass der Unterschied zwischen Grün und Links aber 10 T€ ausmachen würde, und zwar bei der Grenze des Jahreseinkommens, ab der man mehr belastet würde durch die vorgelegten Steuerpläne … Naja. Die Linke profiliert sich als Partei der Besserverdienenden?
Ein paar mehr Unterschiede fallen mir da doch ein.
Schönenborn ist dann enttäuscht, weil keiner auf seinen Witz einsteigt. Aber das kann keinesfalls an der Qualität des Witzes liegen, soviel ist schon nach der ersten Hochrechnung klar.
Die Twitter-Kommentare, die man sich anschauen muss, wenn man der Übertragung der ARD im Netz folgt, sind allerdings manchmal so grottig, dass Schönenborns Witz bei mir eine ganz neue Achtung erfährt.
Der Große Steuermann Brüderle macht mir dann noch ein persönliches Geschenk, in dem er auf die Bundesbahn verweist, die jährlich 500 Mio. bekäme, damit sie die Fahrpreise nicht erhöhe. Ach je … für eine warme Mahlzeit und die Reisekosten käme ich gern mal rum, um das zu erklären, aber vorab soviel: Die bis vor etwa 20 Jahren mal „Bundesbahn“ gehießene DB AG, eine 100%-Bundesgesellschaft, bekommt zwar keine 500 Mio., zahlt dafür aber jährlich 500 Mio. Euro Zwangsdividende an den Eigentümer. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.
Unstreitig erhält das System Eisenbahn jährlich auf Basis verschiedener Gesetze bis hin zum GG direkt oder indirekt etwa 7 Mrd. Euro im Jahr aus dem Bundeshaushalt. Aber das ist auch gut so, Genossinnengenossen, Freundinnenunfreunde. Aber nicht gut genug, denn damit belegt das sehr reiche Transitland in der Mitte von Europa einen der letzten Plätze innerhalb der EU, wenn man die Ausgaben auf verschiedene Bezüge skaliert.
Wie gesagt, wir kämen da ins Geschäft für einen Vortrag, ich mach es auch unter Mindestlohn für den guten Zweck.
Trittin begründet zum Ende sehr gut, warum Schwarz-Grün nicht geht im Bund (in manchen Ländern mag das anders sein, Anmerkung des Verfassers), und Gysi hat recht, dass schwer zu begründen sein wird, warum nicht „RRG“, wenn die Mehrheitsverhältnisse es hergeben sollten.
Auf die Frage nach der Ampel antwortet Brüderle etwas von verbotenen Plastetüten, und dass er esse, wann und was er wolle, mit seiner Partei der Freiheit. Welche Freiheit?
Die Stunde ist um. Keine Offenbarung, aber interessant, showtechnisch deutlich besser als gestern. Auch wenn es kaum möglich ist, innerhalb von 15 Minuten seine Politik zu erklären (die Viertelstunde Selbstdarstellung der Moderatoren hab ich rausgerechnet), jeder der Drei hat gezeigt, wofür er steht.
Der Bessere möge gewinnen …
Duell zum AbendGrauen
Letzte Aktualisierung um 23.11 Uhr:
Ein Live-Ticker gewesen. Live, Digga!
22.43
Auch wenn der Schönenborn das gleich wieder relativiert: Wenn die CDU doch gewinnen sollte, dann trotz dieses Abends.
Einen schönen solchen noch.
22.42
Und nun das quasi-amtliche Ergebnis:
M 44, St. 49 Angeblich nur knapper Sieg für Steinbrück.
22.37
Aber mit der Rede zum Raab und zur Wahlbeteiligung hat der Stoiber völlig recht.
22.33
Steinmeier gegen Stoiber ist auch so in etwa Dortmund gegen Geretsried.
22.32
Die Schwarzer ist sowas von peinlich.
22.24
Die Runde danach. Breit, breiter, Breitner. Die können das aber noch so rauf- und runterdeklinieren, das was nicht Champions League, das war DFB-Pokal, FC Bayern gegen Budissa Bautzen.
22.07
Beim Fernsehen angeblich unentschieden zur Halbzeit. Naja.
22.06
Mein persönliche Punktwertung: Merkel 84, Steinbrück 138. Da kommt sie noch gut weg.
22.02
Angela Merkel sagt, man kennt sie. Singsang, Blasen, allgemeines Gewünsche. Zweite Wahl, höchstens.
21.59
Peer Steinbrück macht alles richtig.
21.58
Ist die Merkel noch da?
21.57
St. sehr klar und offen zur Linken, respektabel. Aber ein klares „Nein“ ist das zum Glück nicht.
21.55
Merkel antwortet zwar nicht auf die Frage, aber die Gelben können packen, das ist klar.
Toll formulierte Frage.
21.54
Raab legt auf, Steinbrück verwandelt. Dreamteam.
21.52
Woher weiß die Merkel eigentlich, was genau in Syrien passiert ist am 21. August?
21.50
Syrien. Klöppels Suggestivfragen können St. kaum tangieren. Ordentlich gelöst. Und die Will zickt, weil ihm keiner beikommt.
21.45
An den Aussagen zu Edward Snowden erkennt man, welche Welten die beiden trennen, politisch und menschlich.
21.42
Eine jämmerliche Figur macht sie. Null Punkte.
Und jetzt geht sie K.O., zumindest liegt sie am Boden.
21.41
Jetzt noch NSA. Aber St. schießt neben das leere Tor. Warum das?
21.40
St. erklärt das mit dem Betreuungsgeld gut, Merkel hält aber mit.
21.35
Merkel sieht verzweifelt aus und kuschelt.
21.33
Beim Thema Gesundheit buhlt M. um Sympathie bei den Krankenschwestern und Pflegern, richtig glaubhaft ist das nicht. Auch hier ist St. besser.
21.30
Klöppel erfüllt seine Mission, Steinbrück als Bürgerschreck darzustellen, sehr erfolglos.
21.28
Im Vorbeigehen bläst Steinbrück auch noch die letzten Hoffnungsträger der CDU wie Altmaier um.
21.25
Bei der Energie ist sie wenigstens ehrlich, als Physikerin wär es auch peinlich, wenn nicht.
21.23
Steinbrück steht in allen Themen tief drin und lässt sich auch nicht die Schwesig aufs Brot schmieren. Langsam bekommen die ‚Interviewer Angst vor ihm.
21.20
Beim Thema Pension unentschieden. Aber Merkel fehlt Zeit.
21.15
Die Hälfte ist rum. Die CDU sollte hoffen, dass der Strom ausfällt.
21.14
Wahnsinn. Der Kerl lässt sich einfach nicht foppen.
21.12
Man sollte das abbrechen. Ein Debakel für Merkel, ein Desaster.
21.10
M. hat schon fünf Minuten mehr Redezeit verbraucht. Für Nichts. St. ist der Chef im Ring.
21.08
Klöppel guckt betroffen und macht ein für Merkel schweres Thema auf. Merkel redet schön, was nicht schönzureden ist. Mit Kleinigkeiten kann sie nicht überzeugen. Auf einem guten Wege … jaja.
21.04
Peer grinst fröhlich. So eine coole Sau … Er wird immer besser. Da steht ein Mensch am Podium, nicht eine Machtmaschine.
21.02
Merkel fängt an zu klammern, will sie jetzt in die Große Koalition? Als Juniorpartner? Immer wieder beruft sie sich auf ihn.
21.00
Es wird trockener, aber Steinbrück ist immer noch hörbar. Nach einer halben Stunde möchte man der Merkel-Ecke raten, das Handtuch zu werfen.
20.57
Sie hat einen schweren Stand. Wird immer lauter, resoluter. Sympathien gewinnt sie damit nicht. Und die Belehrung von St. kommt auch nicht gut.
20.55
Souverän, anders kann man den nicht nennen. Er sagt genau das Richtige. Topfit und austrainiert.
20.53
Platzt hier grad die CDU/CSU – Fraktion? BREAKING NEWS!?!
20.52
Peer, so nenne ich den jetzt, grinst diabolisch und versenkt Seehofer. Merkel guckt unbeteiligt.
20.50
Sie ist schon mächtig unter Druck, die Handkante kommt.
20.48
Seehofer ist Merkels Achillesferse, das macht Raab schön deutlich. Da kommt sie schwer raus. Nur 5.
20.47
Steinbrück pariert wieder gut und verweist auf die Zukunft, spricht sogar die Zuschauer direkt an. Noch ein Zehner.
20.45
Raabs zweiter Joke. Nee, dumm ist der nicht.
„Relativ sensationell“, sagt Frau Merkel. Wird sie nervös?
20.40
M. ist bieder, St. glaubhaft. Für mich liegt er klar vorn.
20.38
Die Will ningelt. Aber auf die Frage lässt auch sich kaum sinnvoll antworten. Auch Raab lässt nach. Keine Punkte für niemand.
20.37
St. lässt Klöppel auflaufen und beißt. Sehr gut.
20.35
Erste blöde Klöppel-Frage. Merkel souverän. Neune.
20.34
Raabs erste kluge Frage. Merkel ist not amused und findet erst spät in die Mutti-Rolle. Nur 5 Punkte.
20.32
Wählerinnnenunwähler. Wie oft wird man das heute noch hören?
Steinbrück sagt tapfer auf, wird dann aber besser. 8 Punkte.
20.29 Uhr
Schönenborn erzählt vom Pferd und findet sich gut.
20.27 Uhr
Bei mir liegen die beiden gleichauf. Merkel eher aus biographischen Gründen, Steinbrück wegen des Coolness-Faktors. 8 : 7 für die Kanzlerin in dieser Kategorie.
20.25 Uhr
Man kann die Regeln noch so oft erklären, sie bleiben Schwachsinn. Und jede Menge B-Prominenz drumrum.
20.22 Uhr
Start mit unnützem Wissen, der Moderator im offenen Hend. Ein Bohei machen die …
20.18 Uhr
Die Finalisten sind hinreichend bekannt, das kann ich mir also sparen. Über den Sinn dieses Wettbewerbs kann mich trefflich streiten, aber es gibt ihn nun mal.
20.15 Uhr
Hallohallo, liebe Politikfreundinnen daheim an den GEZ-Apparaten. Heute ist Finale.
Das Vorgeplänkel:
17.15 Uhr
Noch ist nicht viel passiert.
18.25 Uhr
Es ist immer noch nicht viel passiert.
18.45 Uhr
Es ist was passiert: Hab mir die Regeln dieses Showdown angesehen.
Völlig überreguliert, mindestens drei Moderatoren zuviel, Krümelkackerei wie beim Notar. Das kann ja heiter werden.
Aber immerhin wird es nur eines geben davon, ein Finale, da kann keiner auf Halten spielen.
19.30 Uhr
Die Vorberichte kenne ich nun auch: Für mich überraschend erwartet die Mehrheit selbst in dieser Disziplin die Merkel vorn. Offenbar schätzt man den Charme eines selbstgebackenen Mutter-Kuchens hierzulande mehr als feine Ironie, die der Herausforderer ja nun wirklich beherrscht, die aber sicher nicht jeder versteht.
Die beste Prognose hat aber wie immer die TITANIC.
19.40 Uhr
Der Kommentator geht fix was essen.
Das kommt alles weg
Wie immer, wenn der Hase der Realität irgendwo angehechelt kommt, ist der Theater-Igel schon da:
http://www.kultura-extra.de/theater/feull/satirischerrueckblick_artus_theaterruine.php
Mirsinmir.
Programmhinweis: Mi., 21.08.13, 22.30 Uhr Teichelmaukes Hamsterradio
Für alle, die nicht lesen können (also bitte weitersagen)
oder auch 98,4 & 99,3 MHz, wenn man im gelobten Land wohnt.
Der Arbeitstitel dieser ersten Blamage lautet
Teichelmauke trifft Canaletto trifft Wagner
Es kann noch besser werden, muss aber nicht.
Man hört sich, vielleicht.
Paps ist weg.
In meinem Kunst-Leistungskurs ist jetzt Bild-Interpretation dran. Dazu habe ich mir ein aktuelles Werk ausgesucht, und Frau Binder-Strich war damit einverstanden.
Es handelt sich um eine großformatige Fotografie, die vier Menschen in ihrer Freizeit darstellt. Sie ist gerade häufig zu sehen, z. B. an Bushaltestellen, aber auch auf Plakatwänden. In der Mitte des Bildes, also im Zentrum, Frau Binder-Strich, sitzt ein junger, gutaussehender Mann in einem weißen Sporthemd. Er lächelt fröhlich, doch wenn man länger hinschaut, denkt man, dass er sich fürchtet.
Das liegt sicher an den schwarz gekleideten und tätowierten Männern, die ihn umrahmen. Mein Paps hat gesagt, die sähen alle „underfucked“ aus und dass sich zwei davon mit dieser Situation sicher schon seit Jahren abgefunden hätten und nunmehr ausschließlich Selbstbediener wären. Nur der Taschendieb rechts außen wäre noch spitz, wie er als Psychiater sagen würde. Ich weiß nicht genau, was er damit meint, aber mein Paps ist der Beste der Welt und hat fast immer recht.
Die drei Männer blicken ernst zum Betrachter, man könnte fast drohend sagen. Ich weiß nicht, was ich denen getan haben sollte, aber mein Paps sagt, bei den Hells Angels wäre das nun mal so. Komisch.
Die Szene spielt in einer Gastwirtschaft. Es sind ein Tresen, Gläser und Pokale zu erkennen. Mein Paps hat gesagt, dass es in einer solchen Kneipe nach kaltem Rauch und schalen Bier riechen würde, und nach Männerfüßen, und dass er da früher auch manchmal hingegangen wäre, aber heute nicht mehr. Und für Mädchen wäre das sowieso nichts. Mutsch hat da auf einmal ganz seltsam geguckt.
Der Künstler hat in den rechten unteren Bildrand einen Bierdeckel hineinkopiert. Auf dem steht: „Respekt muss man sich verdienen“. Ich glaube, es geht darum, dass man sich anständig anziehen soll, zum Beispiel, und immer die Wahrheit sagen muss. Paps meint, es ginge da eher um Gewalt, und dass die Leute auf dem Bild eine eindeutige Haltung dazu hätten. Ich weiß das nicht, aber da mein Paps mir verboten hat, in solche Kneipen zu gehen, kann ich das auch nicht herausfinden.
Paps hat dann kurz überlegt und noch gesagt, dass wir alle dem Künstler sehr viel Geld dafür gezahlt hätten, damit er dieses Foto macht. Wir hätten uns das zwar nicht aussuchen können, aber da gäbe es halt Menschen, die das für uns entscheiden, weil sie so einen Job haben und dafür unser Geld bekommen.
Und dass – Paps wurde plötzlich ziemlich laut, was ich sonst gar nicht von ihm kenne – „dieser overfuckte Wichser“ sicher in einem schicken Loft in Berlin säße, seine krokodillederummantelten Füße auf dem Tisch liegen habe, mit der einen Hand einen Joint drehen, mit der anderen sich einen runterholen würde und dabei was von antirezeptiver Bildsprache und unkonventioneller Zielgruppenfokussierung in seinen Milchkaffeebart brabbeln würde. Mutsch sah jetzt sehr erschrocken aus.
Weil das nämlich – Paps sprach immer noch mit sehr lauter Stimme – eigentlich Werbung sei und keine Kunst, was allerdings lächerlich wäre, weil man da auch in Nordkorea für Reis oder bei Drogenabhängigen für Heroin werben könne. Und dass offenbar jeder seinen Ego-Trip auf Kosten der Allgemeinheit ausleben könne, wenn er nur weit oben genug säße.
Und auf einmal ist mein lieber Paps ganz fürchterlich wütend geworden, hat gebrüllt, dass er diesen Dreck nicht mehr sehen wolle und den nagelneuen Flachschirmer aus dem Fenster geworfen. Dabei lief doch grad die „Sportschau“.
Und dann ist mein Paps in den Hobbykeller gegangen, hat die alte Kalaschnikow aus dem Schrank geholt, den Hybrid gestartet, Mutsch und mich traurig angesehen, etwas von „Einer muss es ja machen“ gemurmelt und ist weggefahren.
Ich habe keine Ahnung, was er vor hat. Aber die Mutsch weint seitdem nur noch.
Protokoll der monatlichen Abstimmungsberatung „Koordinierung Waldschlösschenbrücke“ (monAB KoWSB) Nr. 107
Dresden, 15. Aug. 2013, ratloses Haus am Dr.-Külz-Ring, Festkeller, 10.45 Uhr
0. Teilnehmer:
Damen Orosz, Bunge (beide LHD)
Herren Morlok (SMWAV), Mücke (BMVBS), Marx, Sittel, Vorjohann, Hilbert, Lehmann, Lunau (alle LHD), Präside (LD SN), Koch (KathKi), Reißer (MDR), Grüß-Onkel (DB AG), Pfenninger (LRH), Koettnitz sen. (STA), Koettnitz jun. (ARGE), Fußblei (ADAC/AUDI AG),
Vertreter der Vertreter von BuPo, LaPo, BfV, LfV, LaSuV, Feuerwehr, DRK, weitere siehe Mailverteiler
Entschuldigt: Herr Ramsauer (BMBV) wegen der feierlichen Eröffnung einer weiteren Nasszelle auf der Autobahnraststätte Hämelerwald Nord
Unentschuldigt: Herr Tillich (MP SN)
OB Orosz begrüßt die Anwesenden und bittet um Aufnahme des Hinweises ins Protokoll, dass Herr Tillich (MP SN) nunmehr zum zehnten Male unentschuldigt fehlen würde. Sie gratuliert im Namen der LHD herzlich und bietet an, bei Bedarf die Aufgaben des Ministerpräsidenten zu übernehmen, „so die Männer alle keine Lust mehr haben“.
(Geraune im Saal)
1. Protokollkontrolle:
Dem Protokoll der 106. monAB KoWSB wird mit folgenden Einschränkungen und Hinweisen zugestimmt:
Frau Bunge (SM) bittet darum, ihre missverständliche Organisationsbezeichnung in „LHD“ zu ändern. Ihrem Gatten wäre das sonst nicht recht (im Protokoll bereits so enthalten).
Herr Pfenninger (LRH) weist auf die weiter offenen Punkte aus den monAB KoWSB Nr. 45, 46, 53, 55, 66 bis 89 sowie 94 bis 105 bezüglich der Begleichung der Brötchenrechnungen hin und bittet erneut um Klärung. OB Orosz zieht diesen TOP vor und hinterfragt kritisch die Bereitschaft einiger Beteiligter zur Förderung des Projektes. Die Diskussion verläuft ergebnislos, die TOP bleiben weiter offen.
Herr Grüss-Onkel (DB AG) bittet um Erläuterung der Abkürzung „LRH“. Herr Vorjohann schlägt „Landesrechnungshof“ vor. Einstimmig angenommen.
2. Allgemeines
Herr Horch (LfV) berichtet von Stimmen aus der Bevölkerung, die einen Zusammenhang mit dem Termin des hl. Festes der Brückeneröffnung mit einer sogenannten „Bundestagswahl“ kritisch thematisieren. Herr Guck (BfV) verweist auf die bisher sehr zuverlässige Arbeit der IMS -Medien „Los Niveau“, „Kulturpudel“ und „Busenblank“ und wird dort intervenieren. Herr Grüß-Onkel (DB AG) bittet um Erläuterung der verwendeten Abkürzungen und verweist auf das laufende Programm zur Eliminierung unverständlicher Fremd- und Kunstwörter seines Konzern, zieht nach dem Stichwort „Verfassungsschutz“ die Frage aber zurück.
OB Orosz zeigt sich empört über diese perfide und völlig unangebrachte Kampagne der Linksgrünroten, schlägt aber als Kompromiss vor, diese „Bundestagswahl“ nach 2014 zu verschieben. Herr Mücke (BMVBS) nimmt mit und prüft.
OB Orosz stellt nochmals die Frage nach der Brötchenrechnung.
Man tritt in eine Pause ein, um besagte Brötchen zu essen.
3. Stand der Planung
Herr Koettnitz sen. (STA) berichtet, dass inzwischen fast alle Baugenehmigungen und sogar die Statiken von Brücke und Tunneln im Entwurf vorliegen. Bei engagiertem Einsatz aller Beteiligten und zielorientierter Arbeit der Behörden könne man nunmehr von einer fachtechnischen Freigabe der Baupläne im III. Quartal 2014 ausgehen. Eine ernsthafte Schwierigkeit stelle zudem die Beschaffung der für die Ehrengäste vorgesehenen Sänfte dar, da eine EU-weite Ausschreibung nunmal ihre Zeit brauche.
OB Orosz bittet Herrn Koettnitz, nach vorne zu diskutieren und nicht immer nur die Probleme in den Vordergrund zu stellen.
4. Stand der Bauabwicklung
Herr Koettnitz jun. als Vertreter der ARGE berichtet, dass Brücke und Tunnel wie bereits in der 93. monAB KoWSB berichtet „im Prinzip fertig wären“, es jedoch noch kleinere Probleme im Bereich der Nachtragsprüfung durch die LHD gäbe. OB Orosz sagt eine kurzfristige Lösung zu (vgl. auch Protokoll zur 94. monAB KoWSB).
Sie regt nunmehr an, im Zuge der weiterhin vertrauensvollen Zusammenarbeit doch umgehend eine Abschlagsrechnung über 95% der eingereichten und noch offenen Nachtragssumme zu legen. Die Herren Marx, Vorjohann (beide LHD) und Koettnitz sen. (STA) müssen in diesem Moment wegen anderer dringender Termine die Beratung leider verlassen.
Herr Grüß-Onkel (DB AG) hinterfragt kritisch die seines Erachtens unverschämte Haltung der ARGE, für erbrachte Leistungen zum Wohle der Gemeinschaft auch noch Geld haben zu wollen. OB Orosz als Besprechungsleiterin lässt eine Diskussion zu diesem Thema nicht zu.
6. Vorbereitung der Inbetriebnahme
Herr Wacht-Meister (LaPo) informiert, dass alle Verkehrsleiteinrichtungen vollständig installiert und geprüft wären, nur bei den fest eingebauten Einrichtungen zur Geschwindigkeitsüberwachung gäbe es noch Probleme mit der Programmierung, die aber sicher bis Jahresende behoben sein dürften. OB Orosz dankt in herzlichen Worten und stellt die LaPo als positives Beispiel für eine konstruktive Mitarbeit heraus.
Frau Bunge (LHD) berichtet von den im Plan liegenden Vorbereitungen für das Brückenfest zur Eröffnung.
Ein besonderer Höhepunkt stehe mit dem Absingen der „Ode an die Freude“ durch die Mehrheit des Dresdner Stadtrates – begleitet von der Minderheit der Dresdner Philharmonie – am Sonntag nachmittag bevor. Mit der Musikgruppe KARAT werde noch über das Verspielen des Peter-Maffay-Schlagers „Über diese Brücke musst du fahren“ verhandelt, jene sei aber derzeit telefonisch nicht erreichbar.
Im Bereich der Gastronomie sei es gelungen, den örtlichen Hersteller eines bekannten Fernsehbieres zu gewinnen, der seine Überproduktion dem Fest kostenlos zur Verfügung stellen werde. Mit einem Herrn Hoeneß (FCB) stehe man zudem kurz vor Vertragsabschluss, um 530.000 Bratwürste mit den Konterfeis der Protagonisten des Brückenbaus kostenlos zu verteilen. OB Orosz lässt sich die Liste der vorgesehenen Köpfe zeigen und bittet darum, einen Herrn Roßberg durch OB Orosz zu ersetzen. Frau Bunge salutiert.
Der Antrag von Herrn Grüß-Onkel (DB AG), auch Herrn Dr. Grube abzubilden, findet keine Mehrheit.
Herr Mücke (BMVBS) lässt sich bestätigen, dass er auch auf der Bratwurst sei.
Herr Horch und Herr Guck (LfV bzw. BfV) berichten übereinstimmend, dass potentielle Störer des Festes wie „Pfarrer“ König, „Nobelpreisträger“ Blobel, „Fraktionschef“ Schollbach und „Gundi“ Gundermann seit Monaten überwacht würden. Im Ernstfall wären vorsorgliche Platzverweise vorbereitet.
Herr Pfeffersprey (BuPo) erwähnt die an besagtem Wochenende zufällig stattfindende gemeinsame Übung von ca. 2.000 deutschen, türkischen und ägyptischen Sicherheitskräften im benachbarten Langebrück und bietet an, bei Bedarf das Thema der Übung geringfügig anzupassen. OB Orosz dankt und nimmt an.
Herr Sittel (LHD) weist auf die kürzlich aus dem Bestand der Bundeshauptstadt Berlin übernommenen etwa 1.000 Fahnenstangen hin, die Freiwilligen aus der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden könnten, falls diese ihr verfassungsmäßig verankertes Recht auf demokratische Meinungsbildung und politische Auseinandersetzung mit „dem Gesindel“ nutzen wollen. Er bittet jedoch angesichts der Erfahrungen aus dem Schah-Besuch in West-Berlin darum, die Stangen unbedingt gereinigt zurückzugeben.
Monsignore Koch (KathKi) kündigt an, dass Franziskus vsl. am Sonntag gegen 16.23 Uhr auf der Elbe (stromab der Brücke) landen werde. Besondere Vorkehrungen seien seinerseits nicht erwünscht, da jener ein Mann des Volkes sei und ohnehin über Wasser gehen könne.
Herr Reißer (MDR) weist auf die 72-stündige Live-Berichterstattung seines Senders hin. Mit Achim Menzel und Carmen Nebel seien zwei versierte Moderatoren gewonnen worden, die bisher noch jede Autohaus-Feier zu einem Erlebnis gemacht hätten.
Die Verhandlungen mit Herrn Kachelmann (Fa. Wettergott) gestalteten sich allerdings schwierig, da jener fürchte, bei der Einreise nach Sachsen verhaftet zu werden. Herr Morlok (SMWAV) sichert ihm daraufhin freies Geleit zu. Dies wird auf Veranlassung von OB Orosz zu Protokoll genommen.
Seitens Herrn Fußblei (ADAC/Audi AG) wird darauf hingewiesen, dass sein Autokorso nach aktuellen Berechnungen lediglich 65,7 km/h auf der Brücke erreichen könne, er bittet um eine Erweiterung der Auslaufzonen. OB Orosz sagt zu und bittet Herrn Sittel (LHD) um eine verkehrstechnische Sperrung der Stadtteile Johannstadt und Striesen sowie die Evakuierung der MedAk für diesen festlichen Anlass. Herr Sittel wird es ausrichten.
Herr Wacht-Meier (LaPo) meldet sich nochmals zu Wort und teilt mit, dass in seiner Behörde ein Einsatzstab zur Absicherung der Feierlichkeiten gegründet wurde. Für die Leitung konnte Herr Mehdorn (z. Zt. BER) gewonnen werden, der im operativen Doing von Herrn Schwarzenegger (z. Zt. freiberuflich) unterstützt würde. Im ersten Schritt würden Kabelwachen organisiert, die Sabotage an den Überwachungseinrichtungen der Tunnel und der Brücke verhindern sollen (an dieser Stelle spontaner Applaus der Anwesenden). Herr Wacht-Meier bittet um Übergabe von gültigen (!) Verrechnungsdaten für die Saläre der Herren.
OB Orosz verweist auf Herrn Vorjohann (LHD) und lässt mitnehmen.
OB Orosz stellt zusammenfassend fest, dass einer erfolgreichen Brückeneinweihung nichts im Wege stünde und schließt diesen TOP.
7. Sonstiges
OB Orosz dankt eingangs allen Beteiligten für die mehr oder weniger konstruktive Mitarbeit, die beweise, dass Großprojekte auch in „diesem Deutschland“ noch möglich seien, wenn sie nur kompetent gemanagt und politisch straff geführt würden. Sie erinnert allerdings auch an offene Punkte wie z.B. die Brötchenrechnungen.
Herr Präside (LD SN) fasst das Ergebnis der Besprechung noch einmal zusammen und lässt zu Protokoll nehmen, dass auch er anwesend war. Er bittet zudem um die Erhöhung der Lärmschutzwand vor seinem Dienstzimmer bis zur Inbetriebnahme um ca. 5 m. OB Orosz stimmt zu und beauftragt dem Grunde nach Koettnitz jun. (ARGE).
Herr Grüß-Onkel (DB AG) fasst das Ergebnis der Besprechung noch einmal zusammen und verweist darauf, dass er zwar nicht ganz genau wisse, was seine Aufgabe hier gewesen sei, er sich aber immer sehr wohl gefühlt habe. Kritisch merkt er an, dass die Qualität der Brötchen zu Beginn der monAB KoWSB deutlich besser gewesen wäre. OB Orosz sichert die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zu diesem Thema zu und dankt Herrn Grüß-Onkel für seine einhundertsiebenfache unfallfreie Teilnahme an den Besprechungen (alle Anwesenden erheben sich). OB Orosz beauftragt Herrn Lehmann (LHD), die Einleitung des Verfahrens zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde in die Wege zu leiten. Ersatzweise bietet Monsignore Koch (KathKi) die Seligsprechung an. Herr Grüß-Onkel akzeptiert beides.
Herr Mücke (BMVBS) fasst das Ergebnis der Besprechung noch einmal zusammen und teilt mit, dass eine ihm nahestehende Partei die Verschönerung des Umfeldes der Brücke mit seinem Antlitz auf eigene Kosten bereits vorgenommen habe.
Herr Morlok (SMWAV) fasst das Ergebnis der Besprechung noch einmal zusammen und teilt mit, dass eine ihm nahestehende Partei die Verschönerung des Umfeldes der Brücke mit seinem Antlitz auf eigene Kosten vornehmen werde.
OB Orosz dankt und bittet Herrn Lunau (LHD), je ein Plakat der amtierenden OB der LH Dresden neben die Porträts der geschätzten Kollegen Mücke und Morlok zu hängen. Herr Lunau nickt versonnen.
Herr Hilbert (LHD) kehrt in die Besprechung zurück, fasst das Ergebnis noch einmal zusammen und regt an, im Interesse der Pluralität auch Fotografien des Bürgermeisters für Wirtschaft und Umwelt aufzuhängen.
Herr Marx (LHD) kehrt in die Besprechung zurück, fasst das Ergebnis noch einmal zusammen und regt an, im Interesse der Pluralität auch Fotografien des Bürgermeisters für Bau und Stadtentwicklung aufzuhängen.
Herr Vorjohann (LHD) kehrt in die Besprechung zurück, fasst das Ergebnis noch einmal zusammen und regt an, im Interesse der Pluralität auch Fotografien des Bürgermeisters für Fnanzen aufzuhängen.
Herr Lunau (LHD) kehrt geistig in die Besprechung zurück, fasst das Ergebnis noch einmal zusammen und regt an, im Interesse der Pluralität auch Fotografien des Bürgermeisters für Gedöns aufzuhängen.
OB Orosz verweist auf die fortgeschrittene Zeit und regt an, die Vorschläge der Herren von der LHD in der nächsten Sitzung der monAB KoWSB zu behandeln. Sie nimmt diesen Vorschlag einstimmig an.
Abschließend dankt OB Orosz für die Teilnahme, wünscht allen Beteiligten ein schönes Wochenende und fragt in die Runde, ob in den nächsten vier Wochen relevante Termine anstünden. Da dies offensichtlich nicht der Fall sei, schließt sie um 13.36 Uhr die Besprechung und spricht eine herzliche Einladung zur 108. monAB KoWSB aus (Ort und Zeit sh. Protokoll).
Für die Richtigkeit der Niederschrift,
gez. Teichelmauke
