Thälmannstraße 89/5; Die Wende im Großen und im Kleinen


Thälmannstraße 89/5; Die Wende im Großen und im Kleinen

Montag, 29.09., Wenn der Vater ohne den Sohn …

Eingangs erfahren wir die Hintergründe von Helmstedts persönlicher Betroffenheit: Der Flurfunk sagt, wenn er diese Serie wieder vergurkt, wird er nach Görlitz versetzt. Andere wären froh, aber der Doktor weiß das nicht zu schätzen und lässt sich von Bentwisch trösten. Beide wirken auf mich immer mehr wie Holm und Jensen von der dänischen Kriminalpolizei, nur mit wechselnden Rollen.
In der Binnenhandlung stehen die Macher vor der schwierigen Aufgabe, das Einkesseln und die anschließende Zuführung der Demonstranten in die Markkleeberger Pferdeställe plausibel hörbar zu machen. Das gelingt nur mittelprächtig, die Verängstigung klingt glaubhaft, aber dann ist viel Pathos dabei, und die Polizisten wirken nur mäßig gefährlich.
Höhepunkt ist dann die Vater-Sohn-Begegnung, der Gen. Oberstleutnant wurde natürlich von dem besonderen Fang benachrichtigt (eine Personalienaufnahme wurde allerdings nicht erwähnt zuvor) und da Privat auch hier vor Katastrophe geht, soll Sohnemann mit heimkommen, zur Aussprache sicherlich. Doch jener lässt sich auch vom Lockangebot, seine Freundin Johanna (die jetzt offiziell so genannt wird) mit auf freien Fuß zu setzen nicht beeindrucken und bleibt im Kreise der Verhafteten.
Vater und Sohn versichern sich gegenseitig, dass dem anderen das leid tun werde, und mindestens einer wird Recht behalten.

Mittwoch, 1.10., In guter Hoffnung

Den West-Import Helmstedt plagt der Neid auf die historische Konstellation, wo man noch wirklich was hätte tun können, ganz im Gegensatz zu heute. Die Ebenen der Gegenwart sind offenbar mühseliger zu bezwingen als die Berge der Vergangenheit.
In den Pferdeställen von Markkleeberg windet sich Johanna indessen in Krämpfen, und die Angst der Wachmannschaft vor den Konsequenzen verschafft ihr schließlich einen Krankenhausbesuch. Die Soap wird damit kurzzeitig zur Arztserie, eine Göttin in Weiß tritt souverän der Staatsmacht entgegen und klärt die in dieser Beziehung offenbar unbewanderte Johanna über deren Schwangerschaft im vierten Monat auf. Es klingt nun doch sehr seifig.

Freitag, 3.10., Die kleine und die große Wende

Redakteur Helmstedt will es möglichst authentisch, Autor Bentwisch schwebt eher eine Wundergeschichte, ein großes Märchen vor.
Offenkundig setzt er sich durch, denn es geht feiertagsgerecht weihevoll weiter. Die Fürbitte in der Nikolaikirche von Markus Mutter hat großes Pathos, auch die folgende zugunsten der fehlgeleiteten Polizisten trägt viel Schmelz.
In der Geschichte ist inzwischen der 9. Oktober, jener Montag, an dem sich der weitere Fortgang der Geschichte entschied. Der ganz großen wie auch offenbar einer etwas kleineren: Johanna hilft ihrem verdutzten Freund Jens kurz und bündig das erwartete Kind über, was jenem kurz als ein neuerlicher Fall von unbefleckter Empfängnis vorkommt, ehe dann sehr weltlich der getürmte Markus als Vater benannt wird. Der Pragmatismus ist eine Meisterin aus Ostdeutschland.
Noch drei Folgen bis zum Finale, eine Art Happy-End zeichnet sich ab am Horizont, aber ganz ohne Verwicklungen wird auch die letzte Woche nicht bleiben, ist zu hoffen.

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