Monotonie im Nebelbrei


The Sisters of Mercy im Schlachthof Dresden, 13. Mai 2014

 Die Vorband ließ hoffen, Ulysses, wenn ich recht hörte, klang sehr nach Placebo, also durchaus gut.

 Nach einer halben Stunde Pause wurde dann der Saal geflutet, mit Nebel, in dessem Schutz nahten sich schemenhafte Gestalten. Das spart sicher Schminke und vielleicht war die Kapelle auch nicht in Bestbesetzung am Start und wollte das nicht wissen lassen, bei der bekannt schlechten Akustik des Schlachthofs wär es eh nicht auf die Musiker angekommen.

 Ein Hit zum Anfang für den dreiviertel vollen Saal, halbwegs erkennbar, ein paar Altrockergesten glaubte ich zu bemerken und dann: Brei. Ein Lärmbrei, routiniert runtergespielt, teilweise klang es fast wie Rammstein (was bitte unbedingt als Beleidigung zu verstehen ist), wenn auch ohne deren Brimborium.

 Ich habe selten bei einem Konzert dieser Fachrichtung so wenig Ekstase direkt vor der Bühne gesehen, weiter hinten tippte nicht nur ich fleißig auf mein Telefon. Was solls, zu hören war der Brei ja, und zu sehen war eh nüscht.

Und die Krönung all der üblen Stunde (netto dauerte die Darbietung etwa 80 min): Ein Vortrag, der wohl „First&Last&Always“ sein sollte. Dies passte nun wiederum: Es war mein erstes Konzert mit den Schwestern, es wird mein letztes bleiben und stets werde ich mich an diesen Brei im Nebel erinnern. So brennt man sich auch ins Gedächtnis.

 Was macht man als Band, wenn das in den 90ern verdiente Geld für Koks, Nutten und faule Derivate verballert wurde? Richtig, weiter touren, auch wenn man keine Lust mehr hat. So kam ich zu einem Häkchen auf der Liste der Bands, die ich nochmal sehen wollte. Wär das also auch erledigt.

 

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