Kettencarussell im Schlachthof


(Anmerkung 25.08.13: Früher hieß der Text anders. Aber da dies auch die Grundkomposition des beliebten Molotow-Cocktails beschrieb, gingen die Klickzahlen auf einmal dank der Suchmaschinen durch die Decke. Deswegen hab ich es geändert, fremde Federn brauch ich nicht)

In Sachsen sollte man vorsichtig sein mit solchen Zeilen.

Kettcar (am 1.3.12 im Schlachthof) war mir bislang nicht als Tanzkapelle bekannt, das muss ich korrigieren. Der Saal hüpft von Anfang an wie bekloppt und hat recht damit. Er ist uebrigens gefüllt nicht nur mit der Mitte der Gesellschaft, sondern auch mit den symphatischen Rändern derselben. Erstaunlich textsicher die Meute, die CD ist doch erst neulich …? Da kann ich nicht mithalten.

Im Falle dieser Combo wäre die Ausgabe von Textheften sinnvoll, so wie das andere Religionsgemeinschaften auch handhaben. So lauscht man der einen Zeile hinterher und verpasst die beiden nächsten, was schade ist, weil die voll ausm Leben sind. Zwar besteht das Leben nicht nur aus Kotze im Haar, aber eben auch.
Zur Nachbereitung bleibt die CD.

Das Licht – um das nicht wieder zu vergessen – passte. Nicht weniger.

Musikalisch? Irgendwo auf dem Weg von Sterne zu Tocotronic. Aber noch nicht weit gekommen, was nicht schlimm ist. Da war eh eine Lücke. Genau dort.
Die Band (irgendwie sehn die gar nicht aus wie Musiker), einheitlich und wohltuend schlicht gewandet, ist keine für die großen Hits, aber für ein konstant hohes, abwechslungsreiches Niveau. Es macht Spass zuzuhören, auch wenn man nicht zum harten Kern gehoert.

Euphorisch ist das Publikum, mit jedem Titel mehr. Nach dem Zugabenblock, der von meinem Favoriten „Am Tisch“ gekroent wird, dann ein effektvoller Abgang, der dann doch nicht endgültig ist: die Mannschaft verlässt einer nach dem anderen die unsinkbare Bühne, der Schlagzeuger geht als Letzter. Da weiß man, wer wirklich die Hosen anhat.

Die Begeisterung ist am Ende beidseitig, die Kapelle ist sichtlich gerührt von der Dresdner Ekstase.
Feines Konzert.

Macht immer was euer Herz euch sagt. Das kann man getrost mit nach Hause nehmen.

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