Blasphemische Gefühle 


(DebbschMod in der Flooodrinne, gerade eben)

Ich mag keine Menschenmassen. 

Auch dann nicht, wenn sie halbwegs ordentlichen Musikgeschmack haben (was man vielen übrigens gar nicht ansieht).

Dies sei vorweggeschickt. Und die meisten anderen Musikanten sind insoweit vor meinem Gemecker sicher, als ich da gar nicht hingehen würde.

Depeche Mode trifft es nun leider, dabei gehören die zum Besten, was musikalisch so passierte in den letzten zwanzig Jahren. Ja, Präteritum, ich bedaure.

Es ist aber tatsächlich nicht schön anzusehen, wenn sich Mr. Gahan anfangs an einer Mercury-Kopie versucht und dabei natürlich scheitert (und Oberlippenbart geht wirklich nur bei Freddie!) oder Mr. Gore sich richtig quält beim Singen, was man dann zwar nicht hört, aber leider nur zu deutlich sieht. Dafür guckt Mr. Fletcher wie immer, also eigentlich gar nicht.

Ein Stück wie „In Your Room“ mit Tanztheater zu untersetzen, wenn auch nur per Film, ist prinzipiell eine gute Idee und eine schöne Abwechslung im musikalischen Einerlei, nur wäre eine Choreographie dabei auch ganz schön gewesen. 

Auch sonst wird bühnentechnisch nicht viel geboten, bisschen Farbspiele, bisschen Grafik, bisschen Licht, bisschen Film, bisschen lieblos. Immerhin tut die Anlage einen ordentlichen Job.

Langeweile macht sich breit in mir nach einer halben Stunde, da hat sie ja auch viel Platz. Die ausführlich aufgeführte letzte Platte, von der ich mir den Namen nicht merken mag, ist bei weitem nicht so gut wie die vorherige „Delta Machine“, von der es leider kaum etwas zu hören gibt.

Dafür wird die Sache später mit den alten Gassenhauern halbwegs rausgerissen, das macht dann sogar mir Spaß. Ich ertappe mich bei leichtem Kopfwackeln.

Dann gibt es sogar Tiere zu sehen! Die Dresdner Stadtmusikanten? Man erfährt es nicht. Aber süß sindse, von der Töle mal abgesehen. 

Nach anderthalb Stunden ist erstmal Schluss. Und soooo energisch klingt das Klatschen nach der Zugabe nun nicht. Aber Mr. Gore kommt dennoch noch mal und singt schön zum Klavier.

In den dann gezeigten Schuhen dürfte der Versuch, darin zu walken, nicht ganz einfach sein. Ein sehr hübscher Film.

We could be Heroes, yes Sir! Stilgerecht mit schwarzer Flagge. Doch, kann man machen, klingt gut. 

So ein Schlagzeug auf der Bühne macht schon Sinn, am Ende merkt man auch warum. 

Für den persönlichen Jesus reicht es für die drei Herren nicht bei mir, den Posten hat der alte Cash inne. Aber immerhin hat jener die Combo durch seine Coverversion so eine Art heiliggesprochen, erinnere ich mich und stelle das Genörgel ein. Ist ohnehin jetzt Schluss. 

Ein schöner Mond hängt über dem Ende und dem Gelände. Blasphemische Gedanken auf dem Heimweg, trotz des Status: Hätte ich mir früher ansehen sollen, die Kapelle. Nun, es ergab sich nicht. Don’t look back in anger, und CDs hab ich genug.

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